Dort oben in den Wolken

Möchtegernbeschreibung und Pseudovorwort

 

Dort, wo sie sich das erste Mal trafen.
Dort oben in den Wolken.

"Von unten sieht der Himmel doch viel schöner aus, oder?"




Dies ist eine Geschichte für den WB von Death_Yume_chan.
Kaum fing ich an zu schreiben, kam die Rahmenhandlung, also der Pro- und Epilog~
Ich mags ja so ^__^/v
Ich habe ehrlich gesagt, keine Ahnung, ob das wirklich ein Märchen geworden ist XD
Märchenähnlich geschrieben finde ich es schon =/
Na ja, meine Meinung ist ja nur halb gefragt |D

Ich hoffe, ich habe die Regeln eingehalten und wünsche euch viel Spaß beim Lesen <3
Feedback gern gesehen!

Nya, LG Avalanche =3

 

Quelle XD: looking here <3

~* prehistory *~

Es war einmal...

 

 

Es war einmal eine gute Geschichte, die sich Mund für Mund weiter erzählte. Sie war wahrlich eine zauberhafte und wundervolle Geschichte mit so vielen Begebenheiten, dass man sie kaum komplett weiter erzählen konnte.

Und so erzählte man sich Stück für Stück die Geschichte weiter, jeden Tag das nächste Stück. Alles auf einmal, ja, dass wäre zu erschlagend gewesen.

Von welcher Geschichte die Rede ist?

Seht ihr dort oben am Himmelszelt? Ja, sanftmütig und unschuldig weiß gleiten sie jeden Tag entlang. Dort oben in den Wolken beginnt die Geschichte.

Und ein erneutes „Es war einmal“ erfüllte das Gasthaus, in dem die Geschichte immer und immer wieder vom Wirt erzählt wird.

 

 

 

~* a fairy tale *~

Dort oben in den Wolken

 

 

Dort oben in den Wolken, da war einmal ein gewaltiges Schloss. Es war das prächtigste von allen Schlössern, die in dem Wolkenreich je existierten.

Tausend Diener kümmerten sich um das Anwesen und Hundert Pferde erfreuten die männlichen Besucher mit kleinen Wettrennen, Millionen Blumen erblühten in den Gärten und erfreuten die Mädchen und Frauen.

Und allein einer kochte für diese Pracht und Schar von Menschen und Tieren. Des Hausherrn Koch, ein stattlicher junger Mann mit allzeit zerzausten Haar. Immer und immer wieder schaffte er es, die Gäste mit lieblichen Desserts und herzhaften Speisen zu überraschen und zu verzücken.

Doch dieser wunderliche Mann besaß keinen Namen.

Eines Tages aber tauchte ein junger Adeliger von überwältigender Schönheit auf, um den Koch zu testen, denn er war ein allseits bekannter Feinschmecker. Eine schwarze Maske mit goldenen Verzierungen schmückte sein Gesicht.

Er polterte in den Raum hinein. „Wo ist der Koch ohne Name?“, fragte er laut und voller Anspannung. Der Hausherr, ganz bang vor Angst, fragte zitternd, wie er heiße. „Das ist unwichtig“, erwiderte er ohne Umschweife und wiederholte seine Frage.

Der Hausherr schickte schnell einen Diener los, um den Koch zu holen. Er tropfte sich den Schweiß von der Stirn. Wer mag dieser Fremde sein? Der Hausherr wusste, dass seine Zunge überall bekannt war und auch überall gefürchtet, denn in allen Tagen des Jahres hörte man, wie sich ein Spitzenkoch nach dem anderem selbst umbrachte, da er den Ansprüchen des Jünglings nicht genügte und immer wieder hörte man, dass junge Damen von atemberaubender Schönheit vom Jünglings abgewiesen wurden und sich ebenfalls in den Tod stürzten. Und so bekam er wispernd den Namen Luzifer, gleichbedeutend mit dem Namen Satan.

Der Koch wurde geholt. Sie eilten, um Luzifer nicht zu erzürnen. Zitternd flüsterte der Hausherr des Wolkenschlosses seinen Koch noch eilig einige Belehrungen und Befehle ins Ohr, denn um keinen Fall wollte er, dass irgendetwas mit seinem schönen Schloss oder mit ihm selbst passierte.

„Dein Name?“, fragte Luzifer kurz angebunden, als sich der Koch auf dem Boden niederkniete, um ihm die Ehre zu erweisen. Seine dreckigen Lumpen hingen schlaff an seinem Körper hinunter und an seinen Armen sah man Narben, die auf mehr als einem Peitschenhieb hinwiesen.

„Verzeiht, mein Herr“, antwortete der Koch leise, „aber ich habe keinen.“

Ein Raunen ging durch die Menge. Der rundliche Hausherr wischte sich den Schweiß ab. So eine Demütigung und solche Angstzustände waren ihm sein Lebtag nicht untergekommen!

„So, so...“, murmelte der schwarzhaarige Luzifer und hockte sich hin. Er hob den Kopf von ihm und sah ihn in sein Dreck verschmiertes, aber doch schönes Gesicht. Er drehte ihn leicht weg, einmal in die eine, dann in die andere Richtung.

Dann flüsterte er so leise in sein Ohr, dass nur der zitternde Knabe auf dem Boden es hören konnte: „Sag? Willst du nicht mit mir gehen?“

Der Koch hörte auf zu zittern. Er erstarrte. Das blanke Entsetzen stand in ihm ins Gesicht geschrieben. „Antworte mir bei Mondschein“, flüsterte er weiter und wandte sich von ihm ab. Zitternd und immer noch unter Schock wich der Koch zurück.

Für den Rest des Tages stand er unter so großen Schock, dass er nicht sprechen konnte.

Frei sein? Das konnte er sich nicht wirklich vorstellen. Er hatte sich daran gewöhnt, hier, allein in dieser staubigen, alten Küche zu sein und Tag für Tag zu kochen. Es ist ja nicht so, dass er es nicht mochte, er liebte es zu kochen. Deswegen konnte er über die Schläge und andere Demütigungen höchsten Grades hinweg sehen. Weil er kochen durfte, ging es ihm gut. Die Zutaten waren auch von höchster Qualität. Er sähe keinen Grund, zu gehen.

Und doch reizte es ihn schon ein wenig. Der junge Mann hatte es ihm wohl oder übel doch ein wenig angetan. Seine langen Wimpern, die kristallklaren blauen Augen und die sanfte Stimme...

Während des Nachdenkens wurde er schläfrig, er lehnte seinen Kopf gegen den harten Stein des Kamins. Sanfte Stimmen ließen ihn schlafen und wispern Versprechungen hervor, wie man sie sich kaum vorstellen mag.

Die Mitternachtsglocke läutete, als der junge Mann müde seine Augen zu öffnen suchte. Ein dunkler Schatten saß in einer Ecke der kleinen Küche. „Guten Morgen“, sagte die Stimme sanft. Sie ähnelte den Stimmen aus seinem Schlaf, es war der Mann, der überall Luzifer genannt wurde. Er war da. Er war da, um ihn zu holen. Den Mann ohne Namen. Er brauchte nur zu nicken. Dann wäre er diese elende Leben los.

Und er nickte.

Der Koch sah es nicht, aber unter der Maske des Mannes zuckte es leicht. Ein breites Lächeln zierte schon bald sein Gesicht.

Er strahlte. All das sah der ehemalige Koch nicht. Doch im Licht des Mondscheins, das durch die Wolken drang, konnte er es erkennen. Ein wolliger Schauer durchlief seinen Rücken und er legte seine Hand in die des Mannes.

Gemeinsam flohen sie aus dem prächtigen Schloss und überquerten weite flauschig aussehende Felder.

Eines ließ den jungen Fliehenden aber nicht los.

„Dein Name...“, flüsterte er. Er fand seine Sprache wieder. „Wie lautet dein Name?“

Dieser lachte leise auf. Er sagte flüsternd zu ihm: „Dir will ich verraten wie ich heiße.“

Er nahm die Maske ab und sah ihn an.

„Mein Name ist...“, flüsterte er ihm ins Ohr, während sie die Wolken verließen und hinab fielen.

Hinab in eine neue Heimat.

Hinab in das grüne Reich.

 

 

 

~* afterstory *~

Das Ende einer Erzählung

 

 

Der Wirt lächelte, als seine jungen Zuhörer begeistert bis zum Ende gebannt lauschten. Ein kleines Mädchen fragte: „Sag mal, sind die beiden Onkel ineinander verliebt??“ Der Wirt sah sie erstaunt an und lachte. „Ja, ja, das könnte man sagen“, antwortete er prustend.

Die Kinder sahen ihn schräg an. „Irgendwie merkwürdig“, meinte ein anderer.

„Wie geht es mit den beiden weiter?“, fragte nun ein anderes Mädchen aufgeregt, aber ein anderes Mädchen warf ein: „Also ich würde ja lieber den Namen kennen.“ „Ob der Koch ein Namen von ihm bekommen hat?“, überlegte ein andere Junge laut.

Der Wirt lachte noch lauter und wuselte allen Kindern durch die Haare.

„Morgen vielleicht.“

Die Kinder waren entrüstet, und doch wurden sie von ihren Eltern geholt.

Ein kleines Mädchen aber fragte noch ganz kurz: „Sag mal, bist du der Onkel aus der Geschichte?“

„Psst, das bleibt aber unser Geheimnis, ja?“, antwortete er und zwinkerte ihr zu. Sie nickte begeistert. Dann rannte sie zu ihren Eltern, die schon auf sie warten. Die drei winkten ihm noch kurz zu, bevor sie aus dem dem Türrahmen des Ein- und Ausgangs verschwanden.

„Kinder können keine Geheimnisse für sich behalten, das ist dir doch klar, oder?“, warf jemand barsch ein.

„Ach, dann ist es auch egal“, meinte der Wirt achselzuckend und schloss das Haus für heute.

„Irgendwann wird dir dein Egal den Tod bringen“, prophezeite dieser jemand. Er stand hinter der Schenke und lauschte Tag für Tag das Geschehen hier.

„Ein riesiges Anwesen in den Wolken... daran glaubt doch keiner...“, murmelte der Wirt abwehrend und sah sehnsüchtig durch das Fenster.

Sein Blick dürstete sich nach den Wolken, nicht nach jenes, was dahintersteckt.

 

 

 

 

 

~* end *~

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