Meine Tür

 

Manche Träume beginnen oder entstehen durch einen Wunsch, andere beherbergen eine Angst und wiederum kann ein Traum auch einen glücklichen Tag, Moment erneut verleben lassen. Oder traurige Momente.

So vielfältig die Träume sind, so vielfältig sind jene, die sie träumen. Die Menschen.

Denn in Träumen doch ist alles möglich, oder?
 

In meinen Traum laufe ich denselben endlosen Korridor entlang wie schon in einigen Träumen davor. Die Türen, die den Korridor säumen, sind bei jedem erneuten Träumen verschieden. Keine Tür erschien je noch einmal. Keine Einzige.

Aber ich öffnete nie eine Tür. Obwohl ich mir immer bewusst bin, und mit jedem Tag und Traum immer bewusster werde, dass, wenn ich sie wirklich öffnen möchte, nur einen Versuch habe, nur einmal die Möglichkeit habe, zu gucken, was hinter welcher Tür ist.

Ich weiß nicht, ob es so okay ist. Ich weiß nicht, wie viele so wie ich handeln würden. Und auch weiß ich nicht, nach was ich so gehetzt Ausschau halte.

Nein, dass ist gelogen.

Denn der Grund, vermute ich mal, wieso ich in jeden Traum diesen Korridor entlang laufe, und wieso die Türen jedes Mal wechseln, ist, dass ich eine ganz bestimmt Tür suche.

Meine Tür.

Die Tür, die zu mir gehört, vielleicht mein Leben zeigen wird, meinen Charakter widerspiegelt.

Ich vermute, dass jede Tür für einen Menschen steht. Eine Tür für jeden Menschen. Für jeden, der je gelebt hat. Eine fantastische, fast utopische, Sammlung, wo selbst die, die schon lange nicht mehr leben, niemals in Vergessenheit geraten kann, solange man seine Tür finden kann.

Zu schön um wahr zu sein, nicht?

Doch bevor ich die Geschichten anderer Leute sehen und hören möchte, möchte ich meine Tür finden. Vielleicht zeigt sie mir eine Möglichkeit meiner Zukunft. Oder meine Gegenwart. Oder vielleicht sogar die Bruchstücke meiner Vergangenheit, an die ich mich nur vage oder gar nicht zu erinnern vermag? Vielleicht erlebe ich es dann noch einmal, diesmal als Nebenfigur, als Zuschauer. Oder tauche ich in meine liebste Fantasiewelt ein, wo all meine kleinen irdischen Träume wahr werden können. Darin möchte ich meine Hoffnung schöpfen können. Für mein vergangenes, mein jetziges und für mein zukünftiges Ich.
 

Und so suche ich weiter nach meiner Tür, die bestimmt irgendwo auf mich wartet und mir freudig die Hand ausstrecken wird.

Daran glaube ich.

Darauf hoffe ich.

Und darauf warte ich.

Denn meine Träume sind die wahren Spiegel einer Seele, findet ihr nicht?

 

 

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