Raindrops fill the Sky

Hier bin ich, doch du sagst kein Wort. Weshalb hast du mich gerufen, wenn du sowieso nur da herumstehst und nichts sagst? Ich regte mich auf und verpasste dir eine saftige Ohrfeige. Du wankst nach hinten und kippst um. Du fasst dir die Wange an. Du wimmerst leise. Ich höre sie, deine Gedanken. Voller
Wut, Trauer, Hass und verlorenen Wünschen. Ich konnte nicht anders, als dich anzuschreien. Ich weiß nicht warum, aber ich schrie dich an. Werfe dir Dinge
vor, die ich nicht sagen wollte. Die nicht stimmen. Du wimmerst nur immer wieder leise auf und hörst mich. Regen. Plitsch, platsch, immer wieder. Ich weiß nicht, aber plötzlich wurde es still. Du warst wie ein leblose Person am Boden. Leblos. Mein Herz stockte leicht. Kurz. Vorbei. Ich wollte dich da lassen,
dem Schicksal überlassen. Doch ich blieb, auch wenn wir uns beide den Tod holten würden. Mir schoss schließlich nur ein Gedanke durch den Kopf: Bei dir
bleiben, mit dir sterben, meine Worte zurücknehmen. Ich weiß nicht, ob du mir je verzeihen kannst oder ob du mir immer verziehen hast, aber ich blieb.
Regenschirm? Nein. Allein ihre Wärme schützte mich. Ich fühlte mich armselig.
Du gabst mir alles, warst das schützende Dach, unter dem ich immer meine Wut, meine Trauer, einfach alles vergessen kannst. Und doch schoss mir wirklich nur ein Gedanke durch den Kopf. Diesmal ehrlich. Ich nahm dich in den Arm und du sahst traurig und glücklich zugleich zu mir auf. Dein Gesicht, umrahmt vom flüssigen Gold. In der Mitte, wo die Augen sind, zwei glasklare, traurige Saphire, die mir aber sagten, sie haben es erreicht. Sie sah mich nochmals an. Ihre Augen. Sie verrieten mehr, als ich es je geträumt habe. Ehrlichkeit. Mut. Tapferkeit. Blau.
Der Regen tropfte weiter, plitsch, plitsch, platsch, doch wir blieben in dieser Haltung. Minuten. Stunden. Regen. Wir.
Die Sonne ist schon untergegangen, kalter Wind.
Das Einzige, was ich denken kann.
Mit dir leben oder mit dir sterben.
Und so verstrichen weitere Stunden.
Plötzlich sah ich nur noch schwarz. Auch ihre Augen hatten sich geschlossen.
Ihr Arm fiel schlapp herunter. Ich musste mich hinlegen. Schwarz. Ist das die
Nacht? Nein, mein Ende. Ich schloss meine Augen.
Hier würde es also zu Ende gehen. Hier. Wo wir uns das erste Mal in die Augen
sahen. Das letzte Mal.
Nun, schlaf schön, meine Liebste.
Raindrops fill the Sky / Ende

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